Pneumokokken sind Bakterien, die unter anderem Lungenentzündung, eitrige Hirnhautentzündung oder Mittelohrentzündung auslösen können. Für diese Erkrankungen sind die Pneumokokken sogar die häufigsten Erreger.
Pneumokokken-Infektionen sind vor allem für ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder gefährlich. Zwei Drittel der erkrankten Kinder sind unter zwei Jahren alt. In bis zu zehn Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Bei 15% der Überlebenden bleiben Schäden zurück.
Säuglinge und Kleinkinder sind vor allem deswegen so gefährdet, weil ihr Immunsystem die Pneumokokken noch nicht wirksam bekämpfen kann. Ist das Immunsystem durch eine chronische oder eine gerade überstandene Erkrankung geschwächt, sind die Kinder noch verletzlicher.
Die Bakterien können zwar mit Antibiotika bekämpft werden, aber einige Erreger sind immun gegen die üblichen Medikamente geworden. Darunter sind auch die Bakterien, mit denen sich besonders oft Kinder anstecken.
Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission seit einigen Jahren eine Pneumokokken-Schutzimpfung. Sie besteht aus vier Teilimpfungen, die zwischen dem zweiten und dem 14. Lebensmonat verabreicht werden.
Übertragung:
Die Übertragung von Pneumokokken geschieht beim Husten und Niesen als Tröpfcheninfektion.
Symptome:
Die Infektionen mit Pneumokokken können völlig unterschiedlich verlaufen. Der Verlauf der Krankheit wird auch vom Alter der infizierten Person beeinflusst.
Sehr oft lösen Pneumokokken schmerzhafte Mittelohrentzündungen aus, vor allem nach grippalen Infekten. Kleinkinder bekommen oft Nebenhöhlenentzündungen, die mit Fieber, Kopfschmerzen, eitrigem Schnupfen und Husten einhergehen.
Auch ohne vorhergehenden grippalen Infekt kann es bei einer Pneumokokken-Infektion zu einer Lungenentzündung kommen. Sie ist oft begleitet von hohem Fieber und trockenem Husten, gelegentlich auch von einer Blaufärbung um den Mund herum.
Typische Symptome für eine Gehirnhautentzündung sind anfänglich erkältungsähnliche Beschwerden, dann plötzlich einsetzende starke Kopfschmerzen, hohes Fieber, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und Steifheit des Nackens.
Komplikationen:
Bei einer Hirnhautentzündung können bleibende Schäden auftauchen, wie Hörschäden bis hin zur Taubheit, eine Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit und der geistigen Entwicklung oder Nervenlähmungen im Gehirn.
Steigt der Anteil der Bakterien im Blutkreislauf so dramatisch an dass das Immunsystem versagt, kommt es zu einer lebensbedrohlichen Sepsis (Blutvergiftung), die in fast 50% der Fälle tödlich endet.


