Tetanus ist eine Erkrankung des Nervensystems, die durch das Gift der Tetanusbakterien verursacht wird. Durch konsequentes Impfen ist Tetanus (Wundstarrkrampf) heute sehr selten geworden. Wenn überhaupt, dann tritt die Erkrankung bei Erwachsenen auf, die ihren Impfschutz nicht aufgefrischt haben.
Ähnlich wie Diphtherie erfüllt auch der Wundstarrkrampf eines der Kriterien der typischen Kinderkrankheiten nicht: die lebenslange Immunität nach einer überstandenen Erkrankung. Auch nach der Impfung gibt es keine lebenslange Immunität, der Impfschutz muss regelmäßig aufgefrischt werden.
Kommt es zu einer Infektion mit Tetanus, werden Antibiotika gegeben, um die Bakterien abzutöten. Mit anderen Medikamenten wird dem Gift entgegengewirkt bzw. versucht, die Giftproduktion der Bakterien zu unterbinden. Auch bei sehr guter medizinischer Versorgung liegt die Sterblichkeitsrate zwischen zehn und 20 Prozent, bei älteren Menschen bei über 50%.
Übertragung:
Anders als bei den anderen Kinderkrankheiten wird Tetanus auch nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Die Tetanusbakterien geraten durch offene Wunden in den Körper und stammen meist aus der Gartenerde oder finden sich auf Pflanzen und schmutzigen Holzgeräten. Für die Infektion reichen schon allerkleinste Verletzungen, wie man sie sich etwa durch einen Dorn oder einen Holzsplitter zuzieht.
Symptome:
Drei Tage bis drei Wochen nach der Ansteckung treten Spannungsgefühle an der Wunde auf, durch die die Bakterien eingedrungen sind. Dies kann von Kopfschmerzen, Schweißausbrüchen und allgemeiner Unruhe begleitet sein. Kurze Zeit später beginnen schmerzhafte Krämpfe des Kiefers und anderer Gesichtsmuskeln, die einen typischen verzerrten Gesichtsausdruck hervorrufen.
Krämpfe und Muskelstarre wandern vom Kopf über den Nacken, Rücken und Bauch zu den Armen und Beinen; auch die Muskeln an den Rippen, am Kehlkopf und am Zwerchfell sind betroffen.
Die sehr schmerzhaften Krämpfe werden von äußeren Reizen (Geräusche, Berührungen, Licht) ausgelöst und dauern ein bis zwei Minuten.
Die Symptome können in abgemilderter Form auftreten, wenn noch ein Restschutz nach einer zurückliegenden Impfung besteht.
Bei Neugeborenen kann es zu einer besonderen Form des Wundstarrkrampfs kommen, wenn nämlich die Tetanusbakterien über die Nabelwunde in den Organismus des Babys gelangen. Eine Woche nach der Ansteckung beginnen die Krämpfe und die Babys trinken nicht mehr. Fast alle erkrankten Kinder sterben am Wundstarrkrampf.
Komplikationen:
Bei einer Tetanus-Erkrankung können die Krämpfe an Kehlkopf und der Brustmuskulatur so stark sein, dass der Erkrankte erstickt. Das gleiche passiert bei der Lähmung des Zwerchfells.
Wirbel und gelegentlich sogar Knochen können bei den heftigen Krampfanfällen brechen, nicht selten werden durch die Krämpfe der langen Rückenmuskulatur Dornfortsätze der Wirbel abgerissen.


