Die Ursachen für den Plötzlichen Kindstod sind immer noch nicht bekannt, obwohl Wissenschaftler seit Jahren angestrengt danach forschen. Zumindest konnten einige Risikofaktoren identifiziert werden, die mit dem Plötzlichen Kindstod in Zusammenhang gebracht werden.
Einige der möglichen Ursachen sind beziehen sich auf die Familiengesundheit, andere auf Verhalten und Status der Mutter. So lässt sich statistisch belegen, dass ein Kind ein größeres Risiko hat am Plötzlichen Kindstod zu sterben wenn schon ein Geschwisterkind daran gestorben ist. Dies weist möglicherweise auf eine erbliche Komponente hin.
Mehr gefährdet als andere Kinder sind Frühgeborene bzw. auch andere Kinder mit sehr niedrigem Geburtsgewicht, Kinder aus Mehrlingsgeburten und Kinder mit mehreren älteren Geschwistern.
Zahlreiche andere Forschungsergebnisse zeigen die große Rolle, die die Gesundheit und das Verhalten der Eltern, speziell der Mutter, während und sogar schon vor der Schwangerschaft spielen. So sind Kinder von Raucherinnen viel mehr vom Plötzlichen Kindstod bedroht als die Kinder von Nichtraucherinnen. Auch Kinder drogensüchtiger Mütter sind gefährdeter. Sogar ein niedriger gesellschaftlicher und finanzieller Status kann sich negativ auswirken; es scheint aber nicht festzustehen, ob dies tatsächlich eine echte Ursache ist oder das Kind aus Mangel an Geld oder Informationen gesundheitlich nicht optimal versorgt wird. Auch Kinder, deren Mütter unter 20 Jahren alt sind und Kinder allein erziehender Eltern sind stärker gefährdet.
Rauchen hat sich als ganz wichtiger Risikofaktor herausgestellt. Dazu gehört nicht nur das Rauchen der Mutter während der Schwangerschaft, sondern generell Rauchen in der Umgebung des Kindes, vor allem im kritischen ersten Lebensjahr.
Weitere mögliche Ursachen für den Plötzlichen Kindstod sind eine Störung der Atemfunktion, kombiniert mit schwerer Erweckbarkeit. Dies kann dazu führen, dass ein Kind während des Schlafes einen Atemstillstand erleidet, nicht aufwacht, und so an Atemnot stirbt. Möglicherweise sind auch Viren, die Herzmuskelentzündungen und Herzrhythmusstörungen auslösen am Plötzlichen Kindstod beteiligt.
Als gesichert gilt es, dass die Schlaflage und die Schlafumgebung des Kindes zum Plötzlichen Kindstod beitragen oder ihn vermeiden können. Seit Mediziner Eltern entsprechende Ratschläge geben können, ist die Zahl der Fälle von Plötzlichem Kindstod deutlich zurückgegangen. Auch das Stillen des Kindes scheint einen gewissen Schutz zu bieten.
Jungen sind gefährdeter als Mädchen: Auf zwei Todesfälle bei Mädchen kommen drei Jungen, die dem Plötzlichen Kindstod erliegen.
Wirklich vorhersehbar und somit auch zuverlässig vermeidbar ist der Plötzliche Kindstod trotz aller Anstrengungen noch nicht.
Immer wieder werden auch Befürchtungen laut, dass Schutzimpfungen, vor allem die Sechsfachschutzimpfung gegen Kinderlähmung, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Haemophilus-influenzae-b-Infektionen und Hepatitis B, den Plötzlichen Kindstod verursachen könnten.
Statistiken können die Befürchtungen entkräften: Seit Zulassung des Sechsfach-Impfstoffs im Jahr 2000 ging die Anzahl der Fälle von Plötzlichem Kindstod kontinuierlich zurück.
Das Bundesministerium für Forschung und Technologie fand im Rahmen einer Studie aber heraus, dass geimpfte Kinder sogar ein geringeres Risiko aufwiesen am Plötzlichen Kindstod zu sterben als ungeimpfte Kinder.


