Wenn sich Eltern für Stoffwindeln entscheiden, haben sie meist schon alle Aspekte des Wickelns mit Stoff- und mit Wegwerfwindeln abgewogen. Manche Fragen dauern dabei immer wieder auf.
Wir haben die häufigsten Fragen in unserem Windel-FAQ versammelt.
F: Sind Wegwerfwindeln nicht viel billiger als Stoffwindeln?
A: Ein Paket Wegwerfwindeln kostet weniger als eine Stoffwindel, das ist richtig. Dafür werden die Stoffwindeln nur einmal gekauft, und auch mit den Kosten für Waschen (Wasser, Waschmittel, Energie) und Trocknen kommen die Stoffwindeln fast immer billiger als Wegwerfwindeln. Wirklich genau zu berechnen sind die Kosten nicht, weil die Anzahl der verbrauchten Wegwerfwindeln ebenso schwanken kann wie der Zeitpunkt, an dem das Kind sauber ist. Eine Einsparung von 1000 Euro ist aber durchaus möglich.
F: Wie viele Windeln muss ich überhaupt kaufen?
A: Je mehr desto besser. Zumindest besser beim Waschen, weil dann die Waschmaschine nicht so oft laufen muss. Stoffwindeln können recht kostspielig sein, da will man natürlich nicht so viel Geld auf einmal ausgeben. Es ist aber sehr lästig, jeden zweiten Tag Windeln waschen zu müssen, nur weil man schlichtweg zu wenig hat. 20 Windeln sind die Untergrenze, 25 bis 30 Windeln bzw. komplette Windelsets sollten es schon sein. Schließlich muss auch die Trockenzeit eingerechnet werden, während derer die Windeln zwar sauber sind, aber natürlich trotzdem nicht verwendet werden können. Wer einen Wäschetrockner hat, muss sich darüber natürlich keine Gedanken machen. Übrigens kann man auch gebrauchte Windeln kaufen, beispielsweise auf Baby-Basaren, und so viel Geld bei der Erstanschaffung sparen.
F: Wie oft muss ich mein Baby wickeln, wenn ich Stoffwindeln verwende?
A: Immer wenn das Kind nass ist! Auch bei stark saugenden Einlagen sollte man prinzipiell spätestens alle drei Stunden die Windeln wechseln; in der Nacht sind längere Intervalle möglich. Nachts kann man dem Kind auch noch zusätzliche Saugeinlagen in die Windel packen. Aber generell muss darauf geachtet werden, dass das Baby nicht über längere Zeit nass ist – übrigens auch bei Wegwerfwindeln! Wer Zahlen braucht: Sieben bis acht Windelwechsel sind vollkommen normal, bei jedem Kind kann die Anzahl variieren.
F: Wie bewahre ich die schmutzigen Windeln auf? Stinken die nicht?
A: Jein. Natürlich kann man von einer vollen Windel keinen Duft erwarten, viele Eltern behaupten aber sogar, dass ein Windeleimer voller Stoffwindeln weniger streng riecht als ein Windeleimer mit Wegwerfwindeln. Als Windeleimer sollte ein Plastikeimer mit Deckel gewählt werden, der idealerweise ein ähnliches Fassungsvermögen hat wie die Waschmaschine. Sobald er voll ist, kann der gesamte Inhalt in die Waschmaschine wandern. In Babyläden gibt es auch Windeleimer-Deo zu kaufen, das den Geruch etwas neutralisieren kann.
F: Wie muss ich die Windeln waschen?
A: Stoffwindeln können problemlos bei 60°C gewaschen werden, eine Wäsche bei 90°C ist meist nicht nötig, außer bei ansteckenden Krankheiten. Normales Vollwaschmittel reicht völlig aus, Weichspüler sollte nicht verwendet werden. Klettverschlüsse an Windeln sollten vor der Wäsche geschlossen werden, sonst kann sich die ganze Waschmaschinenladung Windeln in einen einzigen großen verkletteten Windelball verwandeln.
F: Wohin mit den Windeln, wenn mein Kind sauber geworden ist?
A: Verkaufen! Gut erhaltene – und natürlich saubere! – Stoffwindeln kann man auf Baby-Basaren und ähnlichen Veranstaltungen sehr gut wieder verkaufen.
F: Wird mein Kind mit Stoffwindeln wirklich schneller sauber?
A: Ein Kind wird genau dann sauber, wenn es soweit ist, und keinen Tag früher. Ganz egal ob die Eltern es drängen oder ob es Stoff- oder Wegwerfwindeln trägt. Viele Eltern sind allerdings der Meinung, dass ein Kind in Stoffwindeln früher trocken wird, weil es die nasse Stoffwindel eher spürt als bei einer Windel mit Supersaugkern. Ein Kind kann aber frühestens mit zwei Jahren seine Schließmuskel kontrollieren, vorher kann es aber auf keinen Fall sauber werden – egal mit welchen Windeln es gewickelt wird.
F: Was macht ein Windeldienst?
A: Ein Windeldienst holt die Windeln ab, wäscht und trocknet sie und bringt sie wieder zurück. Oft kann man beim Windeldienst die komplette Ausrüstung kaufen; das muss man allerdings nicht. Manche Windeldienste vermieten die Windeln sogar, so dass man selbst keine kaufen muss. Wer um die Hygiene besorgt ist, ist mit einem Windeldienst gut beraten: Die Windeln werden hygienisch sauber, und auch die hohe Temperatur in den Trockner sorgt für zusätzliche Hygiene. Nachteil: Windeldienste gibt es noch nicht überall.


