Viele Eltern verwenden inzwischen anstelle von Einwegwindeln Stoffwindeln, um größere Müllmengen zu vermeiden und so die Umwelt zu schonen. Allerdings belasten auch Stoffwindeln die Umwelt.
Natürlich fällt bei der Verwendung von Stoffwindeln kaum Abfall an, oder zumindest nicht annähernd so viel wie bei der Verwendung von Wegwerfwindeln. Dafür belasten Stoffwechseln die Umwelt durch Wasser- und Energie-Verbrauch und die verwendeten Waschmittel. Wird zum Trocknen dann auch noch ein Wäschetrockner verwendet, wird noch mehr Energie verbraucht. Beauftragt man einen Windeldienst mit dem Waschen und Trocknen der Windeln, kann allerdings der Energieverbrauch deutlich gesenkt werden.
Aber allein schon der Pestizideinsatz beim Baumwollanbau beeinträchtigt die Umweltbilanz der Stoffwindeln gewaltig. Auch in der Herstellung der Windeln kommen Chemikalien zum Einsatz, so dass Stoffwindeln nicht automatisch die Guten sind, wenn es um die Umwelt geht.
Es gibt inzwischen aber auch Öko-Windeln zum Wegwerfen, die aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt sind. Auch beim Saugkern werden keine synthetischen Materialien verwendet, und beim Bleichen der Rohstoffe wird auf Chlor verzichtet. Diese Windeln sind teurer als normale Windeln, oft aber hautfreundlicher. Hersteller von Einwegwindeln arbeiten auch an einer recyclebaren Windel.
Generell gibt es bei den Baby-Windeln im Hinblick auf die Umwelt keinen eindeutigen Gewinner. Beide Varianten verbrauchen Energie und Wasser, beide Varianten sind mehr oder weniger schadstoffbelastet.
Was eindeutig für die Stoffwindel spricht: die Kosten. Bis ein Kind trocken ist, wird es gut und gern 5000-mal gewickelt. Da haben sich die einmaligen höheren Anschaffungskosten für Stoffwindeln schnell rentiert, auch wenn man Strom- und Wasserkosten mit berücksichtigt. Bei einem Kind können so in einem Jahr 800 bis 1000 Euro gespart werden!
Gerade für junge Eltern können Einwegwindeln oder auch Höschenwindeln oft praktischer sein. Beim ersten Kind ist noch jeder Handgriff neu, da muss nicht noch auch das Wickeln eine kleine Wissenschaft sein. Volle Windel ausziehen, Kind säubern, neue Windel anlegen – fertig. Beim Wegwerfen sieht man die Windel zum letzten Mal, das Waschen und Trocknen entfällt.
Zudem ist bei Höschenwindeln das Saugvermögen immer gleich, während sie bei den Stoffwindeln von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird, beispielsweise von der Wickeltechnik, den verwendeten Einlagen und dem Alter der Windel – meist sind Windeln saugfähiger, wenn sie einige Male gewaschen wurden. Die Einwegwindeln halten zuverlässiger dicht, die Kleidung bleibt trocken. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die richtige Größe gewählt wurde.
Ein Vorteil von Höschenwindeln ist auch, dass der Urin aufgefangen und im Saugkern fest eingeschlossen ist. So kommt es nicht zu einer Vermischung von Urin und Kot, bei der Ammoniak entsteht. Ammoniak kann zu einem wunden Po und Windelausschlag (Windeldermatitis) führen.
Manche Windeldienste bieten auch ein Test-Paket an, bei dem man Stoffwindeln für einige Zeit testen kann, um zu sehen wie man damit zurechtkommt bzw. was das Kind am besten verträgt. Beide Möglichkeiten sollten auf Handhabung, Passform und Saugfähigkeit getestet werden, bevor man sich schließlich auf die Methode festlegt, die für einen ideal ist. Und übrigens – es spricht auch nichts dagegen, je nach Anlass sowohl Stoff- als auch Einwegwindeln zu verwenden oder die Methode einfach mal zu wechseln!


