Bei den meisten Paaren stellt sich früher oder später die Frage nach einem Kind. Entgegen der weit verbreiteten Vorurteile sind es aber nicht immer nur die Frauen, die ihre biologische Uhr ticken hören, auch viele Männer hegen einen lebhaften Kinderwunsch.
Für viele Menschen ist ein Kind die "Krönung" ihrer Beziehung und macht eine Familie überhaupt erst komplett. Es ist ein grundlegender menschlicher Wesenszug, einem Kind das Leben schenken zu wollen.
Einige Paare versprechen sich von einem Kind allerdings eine Stabilisierung ihrer wackeligen Beziehung – für sie wäre eine Paartherapie vielleicht angemessener.
Andererseits kann ein unerfüllter Kinderwunsch zu einer echten Prüfung für eine Partnerschaft werden.
Wenn die Partner sich in ihrem Wunsch nach einem Kind jedoch einig sind, steht der Familienplanung und dem "Abenteuer Kind" nichts mehr entgegen.
Im Idealfall reicht nun eine einzige romantische Nacht, und schon bald dreht das Leben des Paares sich um Kinderwagen und Familienurlaub.
So einfach ist es aber nicht für alle. Theoretisch kann eine Frau zwar sofort nach dem Absetzen der Pille schwanger werden, in der Praxis dauert es aber meist einige Monate. Diese Wartezeit entfällt natürlich, wenn das Paar ausschließlich mit Kondomen verhütet hat.
Für viele Paare ist der gezielte Versuch schwanger zu werden die erste bewusste Begegnung mit den Grundlagen der Fortpflanzung. Die meisten Menschen mussten sich vorher noch nie so intensiv mit Themen wie Monatszyklus und Eisprung beschäftigen. Kommt es trotz des besten Timings, der wirksamsten Stellungen und guter Gesundheit des Paares über längere Zeit nicht zu einer Empfängnis, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden.
Ein gesundes Paar hat aber in den allermeisten Fällen innerhalb eines Jahres Erfolg, auch ohne auf Maßnahmen wie Medikamenteneinnahme, Hormonbehandlungen oder gar Operationen angewiesen zu sein.
Ein Arzt wird feststellen, bei welchem der Partner ein Problem vorliegt – in manchen Fällen sind beide Partner betroffen - und eine geeignete Lösung vorschlagen.
Eine Vielzahl von körperlichen und sogar auch seelischen Problemen kann zur Unfruchtbarkeit und Kinderlosigkeit führen. Demzufolge gibt es auch unterschiedliche Behandlungsmethoden, von der Psychotherapie über eine Fruchtbarkeitsbehandlung mit Hormonen bis zu chirurgischen Eingriffen und den verschiedenen Methoden der künstlichen Befruchtung. Die Kosten dafür werden zum Teil von den Krankenkassen getragen.
Doch auch wenn die medizinischen Maßnahmen nichts fruchten sollten oder ein Paar sich gegen die ärztliche Hilfe entscheidet, so gibt es eine Möglichkeit, den unerfüllten Kinderwunsch eben doch noch zu erfüllen. Mit einer Adoption wird gleich mehreren Menschen geholfen: Die Eltern komplettieren mit einem Kind ihre Familie, und ein elternloses Kind bekommt ein Zuhause.
Bei homosexuellen Paaren ist der Weg zum eigenen Kind noch schwieriger als bei heterosexuellen Paaren. Eine gemeinsame Adoption von Kindern ist gleichgeschlechtlichen Paaren nicht erlaubt, möglich ist jedoch die Stiefkindadoption, also das Annehmen eines Kindes aus einer vorhergehenden Beziehung des Partners. Die künstliche Befruchtung von Frauen in einer lesbischen Lebenspartnerschaft ist umstritten und wird nur von vergleichsweise wenigen Ärzten durchgeführt.
Die aus amerikanischen Fernsehserien inzwischen auch bei uns bekannte "Leihmutter", also eine Frau, die ein Kind für ein ungewollt kinderloses Paar austrägt, ist bei uns in Deutschland allerdings verboten.


