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Sterilisation: Nie mehr an Verhütung denken müssen

Unter "Sterilisation" versteht man die endgültige chirurgische Unfruchtbarmachung eines Mannes oder einer Frau. Üblicherweise werden dazu die Samenleiter beim Mann bzw. die Eileiter bei der Frau durchtrennt oder abgebunden. Das Ziel ist immer, den Transport von Keimzellen zu vermeiden, so dass es zu keiner Befruchtung mehr kommen kann.

 

Die Entscheidung für die Sterilisation des Mannes (Vasektomie) wird vergleichsweise häufig getroffen. Der Eingriff kann unter örtlicher Betäubung und meist sogar ambulant durchgeführt werden und dauert selten länger als eine halbe Stunde.

Während des Eingriffs werden die Samenleiter durchtrennt, so dass keine Spermien mehr in der Samenflüssigkeit enthalten sind. Der Arzt prüft in den Monaten nach der Sterilisation den Erfolg der Operation; es kann mehrere Monate dauern, bis das Ejakulat wirklich komplett frei von Spermien ist. Bis zu diesem Zeitpunkt muss noch verhütet werden. Der Pearl-Index einer erfolgreichen Vasektomie liegt bei 0,25.

Die Vasektomie hat keinerlei Auswirkungen auf Libido, Erektionsvermögen oder Ejakulation. Die Operation schützt nur vor Schwangerschaft, nicht aber vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Die Sterilisation der Frau erfolgt meist stationär, je nach Operationsmethode dauert der Krankenhausaufenthalt bis zu einer Woche. Eine ambulante Operation ist ebenfalls möglich. Die Eileiter werden unter Vollnarkose durchtrennt oder mit Clips verschlossen (Tubensterilisation). Nach der Operation können keine Eizellen mehr durch den Eileiter zur Befruchtung gelangen.

 

Wie beim Mann hat die Sterilisation der Frau keine Auswirkungen auf die sexuelle Erlebnisfähigkeit; der PI der weiblichen Sterilisation liegt bei 0,1.

Eine Sterilisation ist bei beiden Geschlechtern ein endgültiger Eingriff, die Entscheidung sollte also reiflich überlegt werden. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen sind bei schlecht überlegten Sterilisationen psychische Probleme eine mögliche Folge; wurde die Entscheidung aber bewusst getroffen, berichten Patienten von einem aufgeblühten, weil entspannten Sexualleben.

Die Vasektomie kann prinzipiell rückgängig gemacht werden, die Erfolgschancen sinken jedoch rapide, je länger die Sterilisation zurückliegt. Bei Frauen ist es generell auch möglich, die durchtrennten Eileiter wieder zu verbinden, die Operation ist jedoch weitaus komplizierter als beim Mann. Zudem steigt das Risiko für eine Eileiterschwangerschaft auf das Doppelte. Immerhin liegen die Chancen auf eine Schwangerschaft nach einer Refertilisierung - der Rückgängigmachung eine Sterilisation - bei 50%, also höher als bei der künstlichen Befruchtung.

 
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