Zur Familienplanung gehört auch die Wahl des richtigen Zeitpunkts für die Schwangerschaft. Damit verbunden ist die Verhütung, also das Vermeiden einer Empfängnis und damit einer unerwünschten Schwangerschaft.
Grundsätzlich vermeiden die Verhütungsmittel entweder die Entstehung einer befruchtungsfähigen Eizelle, die Befruchtung der Eizelle, oder die Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut. Auch Kombinationen sind möglich.
Diese Wirkung erreichen sie in der Hauptsache durch hormonelle oder Barriere- (auch: mechanische) Methoden einteilen. Hormonelle Verhütungsmittel verändern den Hormonhaushalt so, dass keine Befruchtung stattfinden kann oder eine befruchtete Eizelle sich nicht einnisten kann. Mechanische Methoden wollen verhindern, dass Spermien auf eine Eizelle treffen.
Dazu gibt es noch die "natürlichen Verhütungsmethoden", bei denen die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage ermittelt werden. Das geschieht rechnerisch anhand der Zykluslänge, um die Sicherheit zu steigern werden dabei auch noch andere Vorgänge im Körper der Frau beachtet. Je nach Kinderwunsch wird dann an den fruchtbaren Tagen beispielsweise mit Kondomen verhütet oder Geschlechtsverkehr komplett vermieden.
Die Sicherheit einer Verhütungsmethode wird mit dem Pearl-Index (PI) angegeben. Er sagt aus, wie viele von hundert Frauen, die ein Jahr lang ausschließlich mit der jeweiligen Methode verhütet haben, schwanger wurden. Ein Pearl-Index von 3 bedeutet also: von 100 Frauen wurden 3 schwanger; ein Pearl-Index von 0,7 bedeutet, dass von 1000 Frauen sieben schwanger wurden.
Um sich für die jeweils zu den persönlichen Anforderungen passende Verhütungsmethode entscheiden zu können, sollte man sich vorher gründlich informieren. Die Entscheidung wird auch davon beeinflusst, ob nur eine Schwangerschaft oder auch sexuell übertragene Krankheiten vermieden werden sollen.
Zu den bekanntesten und verbreitetsten Verhütungsmethoden gehören bei uns sicherlich Anti-Baby-Pille (kurz einfach "Pille" genannt) und Kondom. Im Unterschied zu vielen anderen Methoden bietet das Kondom auch Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie etwa HIV, Hepatitis B, Syphilis. Dies ist besonders wichtig, da in jüngster Zeit der Neuansteckungen mit sexuell übertragbaren Krankheiten wieder stark ansteigen.
Zur Ergänzung der mechanischen Methoden werden chemische Verhütungsmittel, also Spermizide in Gel- oder Schaum-Form empfohlen. Für sich allein sind Spermizide nicht sehr sicher, aber die Kombination mit anderen Methoden steigert deren Wirksamkeit.
Nicht ganz so populär wie die Pille sind Verhütungsmittel wie die Spirale mit ihren unterschiedlichen Varianten, mechanische Methoden wie das Diaphragma, oder gar die endgültige chirurgische Lösung, die Sterilisation von Mann oder Frau.


