Neben den sehr bekannten Verhütungsmitteln Pille, Kondom und Spirale gibt es noch zahlreiche andere Mittel und Methoden.
Bei den von Frauen anzuwendenden mechanischen Verhütungsmitteln gibt es das Diaphragma (Pessar) und die Portiokappe. Bei beiden handelt es sich um "Verschlüsse" für den Gebärmuttermund, die das Sperma abhalten und so eine Befruchtung verhindern sollen.
Das Diaphragma ist eine auf einen elastischen Metallring aufgezogene Haut aus Latex oder Silikon, die vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden muss. Es muss vom Frauenarzt angepasst werden, ist aber nicht verschreibungspflichtig. Schutz vor Krankheiten bietet das Diaphragma nicht. Es sollte mit einem Spermizid verwendet werden und nach dem Geschlechtsverkehr mindestens acht Stunden in der Scheide belassen zu werden.
Ganz ähnlich funktioniert die Portiokappe, die ebenfalls vor dem Geschlechtsverkehr auf den Muttermund gesetzt wird und so das Eindringen von Spermien verhindern soll.
Spermizide werden auch als chemische Verhütungsmittel bezeichnet. Sie töten durch chemische Inhaltsstoffe die Spermien ab und verhindern so die Befruchtung. Es gibt sie in Form von Gel, Creme, Schaum oder Spray, die in der Scheide der Frau angewandt werden. Seit neuestem gibt es vermehrt Spermizide auf Basis von Milch- oder Zitronensäure. Die Säuren töten die Samenzellen zwar nicht ab, verstärken aber das saure Scheidenmilieu und hemmen so die Beweglichkeit der Spermien.
Spermizide allein sind mit ihrem PI von 3 bis 21 recht unsicher, können aber in Kombination mit anderen Verhütungsmethoden wie Kondomen, Diaphragma und Portiokappe deren Sicherheit steigern. Dabei sollten nur für den kombinierten Gebrauch bestimmte Mittel verwendet werden, damit Kondome, Diaphragmen und Portiokappen nicht porös und durchlässig machen.
Spermizide schützen nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Manche Ärzte meinen sogar, dass die Scheidenschleimhaut durch sie geschädigt und so anfälliger für Krankheiten wird.
Außer der Pille und der Hormonspirale gibt es noch andere hormonelle Verhütungsmethoden. Die Hormone bleiben dabei naturgemäß gleich, aber die Art der Verabreichung ist unterschiedlich. Oral einzunehmende hormonelle Verhütungsmittel können bei Erbrechen oder Durchfall schnell ihre Wirksamkeit verlieren, weil nicht ausreichend Hormone im Körper bleiben. Besonders Frauen mit Magen- und Darmkrankheiten können mit einer anderen hormonellen Verhütungsmethode besser beraten sein.
Bei der "Dreimonatsspritze" wird, wie der Name sagt, eine bestimmte Dosis an Gestagenen gespritzt. Das Hormon bildet ein Depot und verhindert bis zu drei Monate lang eine Schwangerschaft. Der Pearl-Index liegt bei 0 bis 1.
Ein ähnliches Depot stellt das Hormonimplantat dar. Dieses wenige Millimeter große Stäbchen wird unter die Haut implantiert und gibt über einen Zeitraum von drei Jahren hinweg Gestagene an den Körper ab. Der PI beträgt 0,1, damit ist das Hormonimplantat ein sehr sicheres Verhütungsmittel.
Das Hormonpflaster befördert die Hormone über die Haut in den Körper der Frau. Die Anwendung ist ähnlich wie bei der Pille: Ein Pflaster wird für sieben Tage auf die Haut geklebt, drei Wochen hintereinander, dann folgt eine Woche ohne Pflaster. Mit einem Pearl-Index von 0,88 ist das Hormonpflaster so sicher wie die Pille.
Der Vaginalring besteht aus flexiblem medizinischen Kunststoff und wird direkt in die Vagina eingesetzt. Dort gibt der Ring drei Wochen lang Hormone – Östrogene und Gestagene – ab, daran schließt eine Woche ohne Ring an. Danach wird der nächste Ring eingesetzt. Da die Hormone nicht den "Umweg" über die Verdauungsorgane gehen müssen, kann auch hier wie bei der Hormonspirale niedriger dosiert werden. Trotz dieser niedrigeren Dosierung ist der Vaginalring mit einem PI von etwa 0,25 bis 1,1 in etwa so sicher wie die Pille.


