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Die Geschlechtsorgane der Frau

Prinzipiell wird beim Menschen zwischen den Sexualorganen und den Fortpflanzungsorganen unterschieden. Die Sexualorgane dienen dazu, den Geschlechtsakt auszuüben, die Fortpflanzungsorgane sind direkt für die Fortpflanzung zuständig. Sexual- und Fortpflanzungsorgane zusammen werden unter dem Begriff "Geschlechtsorgane" zusammengefasst.

 

Meist wird "die Scheide" als das Geschlechtsorgan der Frau bezeichnet, allerdings ist das falsch. Von außen betrachtet sieht man bei einer Frau nicht die Scheide, sondern nur ihre Vulva, auch Scham genannt. Sie besteht aus den behaarten äußeren Schamlippen (Labia maiora) und den unbehaarten inneren Schamlippen (Labia minora). Die Schamlippenpaare liegen dabei schützend über Harnröhrenöffnung, Scheideneingang und Scheidenvorhof und halten Fremdkörper und Verunreinigungen von den empfindlichen Körperöffnungen fern.

Das obere Ende der inneren Schamlippen bildet gleichzeitig auch den Schutz der Klitoris. Die Klitoris ist übrigens eine "Spezialität" der Anatomie der Frau: Die Klitoris schwillt bei sexueller Erregung an und ist das einzige Organ des Menschen, das allein der Lust dient.

Schamlippen und Klitoris sind die einzigen weiblichen Geschlechtsorgane, die von außen zu sehen sind. Alle anderen Organe liegen im Inneren des weiblichen Körpers.

Die Scheide (Vagina) selbst ist ein etwa 10 Zentimeter langer Muskelschlauch, in dessen hinteres Ende der Muttermund, die Öffnung der Gebärmutter, hineinragt.

Damit es während des Geschlechtsverkehrs zu einer Befruchtung kommen kann, muss natürlich ein Eisprung (Ovulation) stattfinden – und zwar in einem der beiden Eierstöcke (Ovarien), die rechts und links der Gebärmutter liegen. Mädchen werden schon mit der kompletten Anzahl an Eizellen in den etwa zwei bis drei Zentimeter großen Eierstöcken geboren, das sind rund 700.000 Stück. Die Anzahl reduziert sich bis zur Pubertät und dem Einsetzen der Regel auf etwa 300.000 Eizellen. Davon gelangen wiederum nur etwa 500 im Laufe des Lebens überhaupt in die Eileiter.

 

Beim Eisprung legt sich das trichterförmige Ende des Eileiters über den Eierstock, um die reife Eizelle aufzunehmen. Die etwa 10 bis 15 Zentimeter langen Eileiter transportieren die Eizellen vom jeweiligen Eierstock zur Gebärmutter. Idealerweise trifft eine reife Eizelle unterwegs auf eine Samenzelle, und es kommt noch im Eileiter zur Befruchtung.

Die befruchtete Eizelle nistet sich in der Gebärmutter ein, die zu genau diesem Zweck mit einer Schleimhaut ausgekleidet ist, die das heranwachsende Leben ernährt. Diese Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) wird im monatlichen Rhythmus aufgebaut, um für das Einnisten einer befruchteten Eizelle bereit zu sein. Kommt es allerdings zu keiner Befruchtung, wird die Schleimhaut auch wieder abgebaut und ausgeschieden – die Monatsblutung.

Die Gebärmutter hat die Form einer umgedrehten Birne und ist etwa 8 bis 10 Zentimeter groß. Das schmale Ende nennt man Gebärmutterhals (Cervix). Damit sich die Gebärmutter im Laufe einer Schwangerschaft auf ein Vielfaches ihrer ursprünglichen Größe ausdehnen kann, besteht sie aus extrem flexiblem Muskelgewebe.

 
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