Ab der Pubertät sorgen im Körper des Mannes Hormone dafür, dass in den Hoden Samenzellen gebildet werden. Vor allem das Follikelstimulierende Hormon (FSH) und das Luteinisierende Hormon (LH) führen zur Bildung der Hodenkanälchen, in denen in der Folge die Samenzellen produziert werden.
Die Bildung und Freisetzung dieser zwei Hormone, die in der Hypophyse gebildet werden, ist abhängig von einem dritten Hormon, dem Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH oder auch Gonadoliberin). GnRH wird im Zwischenhirn gebildet, seine Ausschüttung wird von der Großhirnrinde aus gesteuert.
In den Hodenkanälchen entstehen nun die Samenzellen, bevor sie in den Nebenhoden gelagert werden. Dort reifen sie heran und erhalten durch den Kontakt mit dem Nebenhodensekret ihre optimale Beweglichkeit. Sie können auch einige Zeit gespeichert werden, bevor sie zum Einsatz kommen. Unverbrauchte "überschüssige" Spermien werden vom Körper selbst wieder abgebaut.
Jedes Ungleichgewicht der verschiedenen beteiligten Hormone wirkt sich unmittelbar auf die Produktion der Samenzellen aus. Zu einem solchen Ungleichgewicht kann es aus den verschiedensten Gründen kommen, sei es nun wegen körperlicher Krankheit oder psychischen Problemen.
Wichtig für die Produktion der Samenzellen ist auch die Lage der Hoden im Hodensack. Durch die Lage "außerhalb" der Körpers herrscht in den Hoden die ideale Temperatur für Entstehung und Reifung von zeugungsfähigen Spermien. Näher am oder gar im Körper wäre die Temperatur schlichtweg zu hoch.
Die Spermien selbst bestehen aus einem Kopfteil, das die genetischen Informationen enthält, einem Mittelteil mit einem Energievorrat für die Reise zur Eizelle, und einem geißelförmigen Schwanz, der die Fortbewegung ermöglicht. Mit dieser Fortbewegungsweise legen die nur 0,006 Millimeter großen Samenzellen bis zu 4 Millimeter pro Minute zurück.
Im sauren Milieu der Scheide könnten die Spermien normalerweise nicht überleben, aber beim Samenerguss steuern die unterhalb der Blase gelegenen Cowper-Drüsen eine leicht alkalische Flüssigkeit bei, die die Chancen der Samenzellen vergrößern, am Zielort anzukommen. Außer dieser Flüssigkeit besteht das Sperma noch hauptsächlich aus einer Art Nährlösung, die die Spermien ernährt. Die Samenzellen an sich machen nur etwa drei Prozent des Spermas aus.
Trotz all dieser ausgeklügelten Taktiken und biochemischer Ausrüstungen landen durchschnittlich nur etwa 300 Samenzellen überhaupt bei der Eizelle.


