Männer können prinzipiell ab der Pubertät bis zum Tod Kinder zeugen. Ein Ende der Fruchtbarkeit wie bei der Frau hat die Natur in der Art beim Mann nicht vorgesehen. Trotzdem ist schon am etwa dem 35. Lebensjahr eine abnehmende Fruchtbarkeit zu beobachten; sie äußert sich in verminderter Qualität der Spermien.
Für die Qualität des Spermas gibt es offizielle, von der Weltgesundheitsorganisation WHO herausgegebene Richtlinien. Sie legen die Spermiendichte pro Milliliter Samenflüssigkeit fest, mit der die Probe als fruchtbar gilt. Weitere Kriterien sind die Bewegungsfähigkeit und die Morphologie, also der Anteil der normal geformten Spermien.
Pro Milliliter Samenflüssigkeit sollen mindestens 40 Millionen Spermien enthalten sein, mindestens 60% sollen beweglich sein, und mindestens 70% sollen normal geformt sein, damit ein Mann als "fruchtbar" gilt. Bei niedrigeren Werten greift eine Skala von "herabgesetzt fruchtbar" bis "unfruchtbar".
Abgesehen von ganz normalen Schwankungen von Mann zu Mann gibt es auch verschiedene Umstände, die zu einer eingeschränkten Fruchtbarkeit oder eine kompletten Unfruchtbarkeit führen können. Dazu gehören vorübergehende Krankheiten, Umweltgifte, Hodenhochstand oder Krampfadern in den Hoden.
Unabhängig von der Spermaqualität ist auch der Transport der Spermien an den Zielort eine mögliche Fehlerquelle. Hier können sich vom Samenleiter bis zur Harnröhre viele Blockaden ergeben, die verhindern, dass die Spermien überhaupt erst in den Körper der Frau gelangen.
Generell können natürlich auch Erektionsstörungen eine Zeugung verhindern, denn hier gelangen wie bei einem unterbrochenen Transportweg die Spermien nicht an ihren vorgesehenen Ort.
In sehr seltenen Fällen liegt eine immunologische Sterilität vor, das bedeutet dass die Spermien des Mannes vom eigenen Abwehrsystem als Fremdkörper betrachtet und angegriffen werden. Sie verklumpen und verlieren ihre Funktionsfähigkeit. Diese Art der Unfruchtbarkeit ist noch sehr wenig erforscht.
Durch unterschiedlichste Untersuchungen – Ultraschall, Tast-Untersuchung, Spermien-Untersuchung – stellt der Urologe fest, wo es hakt. Damit ist der Weg für eine Behandlung der Unfruchtbarkeit beim Mann frei.
Je nach Befund wird der Mann medikamentös oder operativ behandelt. Erektionsstörungen können organisch oder psychisch bedingt sein und werden entsprechend therapiert.


