In etwa einem Drittel der Fälle liegt die Ursache für die Fruchtbarkeitsstörung bei der Frau. Oft sind das hormonelle Probleme, es kann aber auch an früheren Krankheiten liegen. Ist das hormonelle Gleichgewicht gestört, ist die Empfängnisbereitschaft stark vermindert, sei es nun weil gar keine Eizelle heranreift und kein Eisprung stattfindet, oder weil sich eine befruchtete Eizelle gar nicht erst einnisten kann.
Extrem häufig ist der Grund für die Unfruchtbarkeit eine Endometriose, also eine Wucherung der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter. Eine Frau kann schon jahrelang an dieser Krankheit leiden, ohne es überhaupt zu merken. Da die Endometriose an sich oft schmerzlos verläuft, wird sie nur selten und viel zu spät festgestellt.
Egal was hinter der Unfruchtbarkeit steckt, Frauen fühlen sich oft in ihrer Identität als Frau bedroht, wenn sie keine Kinder bekommen können. Zum Leid der Sterilität kommt somit auch noch der psychische Stress. Dieser Stress wiederum stört oft das empfindliche Hormongleichgewicht, wodurch der Unfruchtbarkeit gegebenenfalls noch eine weitere Dimension hinzugefügt wird.
Für viele Arten der Sterilität gibt es Behandlungsmöglichkeiten, so dass in den allermeisten Fällen doch noch eine Schwangerschaft am Ende der Bemühungen steht. Die Bandbreite der Behandlungsmethoden reicht von Hormonbehandlungen zur Steigerung der Fruchtbarkeit über Operationen bei organischen Ursachen bis hin zu künstlicher Befruchtung.
Manchmal kann auch eine Psychotherapie nötig sein, nämlich dann, wenn keine wirklichen hormonellen oder organischen Ursachen zu finden sind. Die Unfruchtbarkeit kann dann ein Ausdruck eines anderen Problems sein, das gefunden und aufgearbeitet werden muss, beispielsweise ein Problem in der Beziehung oder unbewusste Angst vor der Zukunft und dem Leben mit einem Kind.
Das Alter einer Frau darf bei diesem Thema nicht außer Betracht gelassen werden. Während bei Männern Anzahl und Qualität der Spermien mit dem Alter abnimmt, sind sie trotzdem praktisch ihr Leben lang zeugungsfähig. Bei einer Frau sinkt nach den Wechseljahren die Chance auf Schwangerschaft und ein Kind drastisch.
Entscheidet sich eine Frau erst relativ spät für ein Kind, muss sie möglicherweise von Anfang an damit rechnen, dass sie fruchtbarkeitsfördernde Medikamente nehmen oder sich gar einer künstlichen Befruchtung unterziehen muss.


