Baby Community  
Kinderwunsch  |   Schwangerschaft  |   Vornamen  |   Geburt  |   Ernährung  |   Entwicklung  |   Gesundheit

Schwangerschafts-Ammenmärchen – richtig oder falsch?

Um die Schwangerschaft ranken sich zahllose Gerüchte, die meist unglaublich und lachhaft sind, manchmal aber auch erstaunlich vernünftig klingen. Manche dieser Schwangerschafts-Mythen lassen sich einfach nicht ausrotten. Hier ein kleiner Überblick:

 

"Während der ersten Wochen darf man nicht über das Kind sprechen, das bringt Unglück."
Es bringt natürlich kein Unglück, wenn man allen Verwandten und Bekannten von dem Kind erzählt, sobald man selbst Bescheid weiß. Die ersten drei Monate sind jedoch eine unsichere Zeit in der Schwangerschaft, in der es noch oft zu Fehlgeburten kommen kann. Deswegen behalten viele Paare die frohe Botschaft lieber für sich und erzählen es erst, wenn die Schwangerschaft stabil ist.

"Jede Schwangerschaft kostet die Frau einen Zahn."
Das mag vielleicht früher so gewesen sein. Da das Kind seinen Bedarf an Kalzium aus den Vorräten der Mutter deckt, kann es schon dazu gekommen sein, dass bei nicht ausreichender Ernährung auch die Zähne darunter gelitten haben. Dazu kommt, dass das Zahnfleisch während der Schwangerschaft empfindlicher ist und schneller blutet. Heute leiden die Zähne einer Schwangeren dank guter Pflege und Ernährung jedenfalls nicht mehr zwangsläufig unter einer Schwangerschaft.

"Das Baby holt sich, was es braucht."
Das stimmt sogar! Das ungeborene Kind bezieht viele der nötigen Nährstoffe aus den Reserven der Mutter. Darum ist es umso wichtiger, dass die Schwangere mit einer gesunden Ernährung immer für Nachschub sorgt – denn sonst haben weder sie noch ihr Kind genug!

"An der Bauchform lässt sich das Geschlecht des Kindes erkennen."
Oft wird behauptet, dass ein runder Babybauch bedeutet, dass die Frau mit einem Mädchen schwanger ist, während ein spitzer Bauch auf einen Jungen hinweist. Das ist ein komplettes Ammenmärchen. Die Bauchform hat nichts mit dem Kind zu tun, sondern nur mit dem Körper der Frau.

"Während der Schwangerschaft darf man die Haare nicht färben lassen und auch keine Dauerwelle machen lassen."
Hier gehen die Meinungen auseinander, und es gibt auch keine schlüssigen Untersuchungsergebnisse. Natürlich sind die Chemikalien in Haarfarben und Dauerwellmitteln nicht unbedingt gesundheitsförderlich; aber immerhin werden sie vor der Markteinführung ja auch im Hinblick auf die Gesundheit der Friseurinnen getestet, die sie täglich anwenden müssen – und auch Friseurinnen können schwanger sein. Das größere Problem ist eigentlich die veränderte Haarstruktur während der Schwangerschaft. Wegen ihr kann das Ergebnis von Haarbehandlungen anders ausfallen als geplant.

"Enge Hosen schnüren dem Kind die Luft ab."
Das Baby atmet nicht. Es liegt gemütlich und geschützt in seiner Fruchtblase und wird durch die Nabelschnur vom Blut der Mutter mit Sauerstoff versorgt. Für die Schwangere mag eine enge Hose unbequem sein – dem Kind ist sie völlig egal.

 

"Heiße Bäder können eine Fehlgeburt auslösen."
Heiße Bäder sind auch für Schwangere unbedenklich, wenn einige Punkte beachtet werden: Die Temperatur des Wassers sollte 37°C nicht überschreiten, sonst wird der Kreislauf zu sehr belastet. Badezusätze mit Eukalyptus, Menthol, Zimt oder Ingwer sollten vermieden werden, da sie Wehen auslösen könnten. Schwangere sollten keine Bäder nehmen, wenn sie schon einige Zeit vor dem Geburtstermin Wehen hatten oder wenn der Muttermund bereits geöffnet ist.

"Wenn das Baby im Winter geboren wird, bleibt es immer ein kränkliches Kind."
Das war einmal. Früher kam es bei Neugeborenen oft zu einem Mangel an Vitamin D, das mit Hilfe von Sonnenlicht gebildet wird. Vitamin D ist wichtig für den Knochenaufbau und allgemein die Gewichtszunahme des Kindes. Heute wird aber schon während der Schwangerschaft mit Vitamin-D-Gaben diesem Mangel vorgebeugt, Winterbabys sind also auch nicht kränklicher als Sommerbabys.

"Traurige Mütter bekommen traurige Babys."
Das kann vielleicht so sein, wenn die Traurigkeit der Mutter an einer angeborenen erblichen Neigung zu Depressionen liegt. Aber nur weil die Mutter während der Schwangerschaft traurig oder besorgt ist, wird ihr Kind noch lange nicht traurig auf die Welt kommen. Allerdings spürt das Kind die Stimmungen der Mutter genau, es spürt aber auch, wenn es ihr wieder besser geht. Solange einer traurigen Phase wieder Entspannung und Aufheiterung folgen, ist für das Kind alles in Ordnung.

"In der Schwangerschaft wachsen die Füße der Schwangeren"
Die Füße wachsen nicht wirklich, aber sie schwellen an. Während der Schwangerschaft bildet der Körper mehr Blut und lagert mehr Wasser ein. Die Flüssigkeit zirkuliert aber nicht so gut wie sonst durch den Körper, deswegen staut sie sich in Beinen und Füßen. Das legt sich nach der Geburt aber von selbst wieder.

"Mit Arschgeweih kann man keine PDA haben"
Ein relativ neuer Schwangerschaftsmythos – der gar keiner ist! Tatsächlich weigern sich manche Ärzte, bei einer Frau mit einem "Arschgeweih" eine Periduralanästhesie zu machen. Sie befürchten, dass dabei Pigmente aus dem Tattoo in den Körper gelangen können. Da nicht feststeht, ob diese Pigmente dabei Schaden anrichten oder gar in das Rückenmark gelangen können, ist das Risiko manchen Ärzten zu groß. Letztendlich wird der Arzt aber wohl von Fall zu Fall anhand von Lage und Gestaltung der Tätowierung entscheiden.

 
Neueste Forenbeiträge:

Geburtskarten
Hallo! Ich bin neu hier und möchte mich erstmal vorstellen. ICh heisse Tina...

Re: Impfungen in der S...
Hallo Lena, so weit mir bekannt sollte eine Impfung mit Lebendimpfstoffen vermieden...

Und viele weitere Themen im
Forum zur Schwangerschaft