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Übelkeit & Schwangerschaftsgelüste

Etwa im zweiten Schwangerschaftsmonat beginnt der Körper der schwangeren Frau, sich auf das in ihm wachsende Leben einzustellen. Das bedeutet große hormonelle Änderungen, die für optimale Bedingungen für das Kind sorgen sollen, beispielsweise durch eine entspannte Muskulatur und gesteigerte Durchblutung. Für die werdende Mutter bedeuten diese Änderungen jedoch oft Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Heißhungerattacken, Übelkeit und Erbrechen.

 

Das Erbrechen im frühen Stadium wird auch Schwangerschaftserbrechen genannt. Es wird ausgelöst durch das Schwangerschaftshormon hCG (humanes Choriongonadotropin), das in den ersten Schwangerschaftswochen im Eierstock produziert wird. Am Anfang der Schwangerschaft sorgt hCG dafür, dass sich die Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut einnisten kann; außerdem trägt es durch die Unterdrückung des Eisprungs zur Erhaltung der Schwangerschaft bei. Ab etwa der zwölften SSW sinkt die Konzentration von hCG im Blut, da die Plazenta das Hormon nun selbst herstellen kann. Ab diesem Zeitpunkt verschwinden bei den meisten Schwangeren die Übelkeit und das Erbrechen.

In einigen wenigen Fällen handelt es sich bei der Übelkeit und dem Erbrechen nicht um die "normale" Schwangerschaftsübelkeit, sondern um eine Hyperemesis gravidarum (übermäßiges Schwangerschaftserbrechen). In diesem Fall beschränkt sich das Erbrechen nicht auf die morgendliche Übelkeit; die Schwangere erbricht vielmehr während des ganzen Tages und auch in der Nacht. Das starke Erbrechen kann Austrocknung, Gewichtsverlust, Kreislaufschwäche und niedrigen Blutdruck nach sich ziehen.

Die Ursachen für die Hyperemesis sind noch nicht bekannt, sie tauchen aber verstärkt bei Mehrlingsschwangerschaften auf, womöglich wegen des damit einhergehenden erhöhten hCG-Spiegels.

 

Die meisten Ärzte geben nur in Extremfällen Medikamente gegen das gängige Schwangerschaftserbrechen. Vielen Frauen bringt es schon Linderung, wenn sie auf Koffein und auf kohlensäurehaltige Getränke verzichten und mehrere kleine Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen anstelle von weniger und größeren Mahlzeiten. Auch alternative Methoden wie Akupunktur und Akupressur können oft helfen, genauso wie regelmäßige leichte körperliche Bewegung.

Auch die bekannten "Schwangerschaftsgelüste" werden von den hormonellen Umstellungen hervorgerufen. Sie verändern zeitweilig das Geschmacks- und Geruchsempfinden, so dass die Schwangere plötzlich ganz neue Essensvorlieben und –abneigungen entwickelt.

Genau erforscht sind diese Gelüste noch nicht, aber es wird vermutet, dass der Körper dadurch negative Einflüsse gezielt dadurch vermeiden will, dass er sie unattraktiv macht (z.B. Rauchen, Kaffee). Andererseits baut er genug Fettreserven für die anstrengende Schwangerschaft auf und gleicht durch den Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel einen eventuellen Nährstoffmangel aus.

 
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