Zwillinge und andere Mehrlinge entstehen, weil entweder gleich mehrere Eizellen auf einmal befruchtet werden, oder weil eine befruchtete Eizelle sich in einem so frühen Stadium trennt, dass zwei oder mehrere Embryos aus ihr entstehen können.
Eineiige Zwillinge und Mehrlinge entstehen aus einer einzigen Eizelle, die sich früh teilt. Sie haben identische Erbinformationen, deshalb sind sie immer gleichen Geschlechts und sehen sich meistens – aber nicht zwangsläufig – extrem ähnlich.
Zwei befruchtungsfähige Eizellen können entstehen, wenn ausnahmsweise in beiden Eierstöcken gleichzeitig ein Eisprung stattfindet, oder wenn ein Eierstock gleich zwei Eier entlässt.
Zweieiige Zwillinge – oder mehreiige Mehrlinge - entstehen, wenn in einem Zyklus mehrere befruchtungsfähige Eizellen entstehen und auch befruchtet werden. Da jede Eizelle von einem anderen Spermium befruchtet wird, hat jedes Kind andere Erbinformationen. Das bedeutet, dass die Mehrlinge unterschiedlichen Geschlechts sein können, und dass sie sich nicht ähnlicher sind als andere Geschwister auch.
Theoretisch ist es nicht einmal zwingend notwendig, dass die Eizellen während nur eines Geschlechtsverkehrs befruchtet werden. Hat die Frau während ihrer fruchtbaren Zeit mit mehreren Männern Verkehr, können daraus durchaus Mehrlinge entstehen, die zwei oder mehrere unterschiedliche Väter haben.
Zwillinge kommen einmal bei rund 85 Schwangerschaften vor, Drillinge einmal bei etwa 7000, Vierlinge einmal bei 60.000 Schwangerschaften, und Fünflinge nur einmal bei 50 Millionen Schwangerschaften. Diese Häufigkeit ist allerdings weniger statistisch belegt als vielmehr mit der so genannten Hellin-Regel berechnet. Dabei wird von einer Häufigkeit von 1:85 für Zwillinge ausgegangen. Drillinge gibt es mit einer Wahrscheinlichkeit von 1: (85x85) oder auch 1:85², also 1:7225, Vierlinge mit 1:85³, Fünflinge mit 1:854. Der besseren Handhabung wegen vereinfacht man die errechneten Zahlen zu der nächsten runden Zahl. Die Zahlen gelten dabei für alle Mehrlinge, es wird nicht unterschieden zwischen ein- und mehreiige.
Die Wahrscheinlichkeit einer Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaft steigt, wenn in der Familie der Schwangeren schon Zwillinge oder Mehrlinge vorgekommen sind. Weltweit kommen etwa bei jeder 40. Geburt Zwillinge auf die Welt. Dabei gibt es aber regionale Unterschiede und zumindest in Europa ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. In Japan liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zwillingsgeburt bei 1:150, in manchen afrikanischen Ländern bei 1:20. Die Wahrscheinlichkeit für eineiige Zwillinge ist dagegen weltweit gleich: bei Tausend Geburten gibt es etwa vier Mal eineiige Zwillinge.


