Eine Mehrlingsschwangerschaft ist für die Schwangere und auch die Kinder gefährlicher als eine normale Einzelschwangerschaft. Die Sterblichkeit der Schwangeren erhöht sich auf das Dreifache und es treten häufiger schwangerschaftsbedingte Krankheiten (Gestosen) und Beschwerden auf.
Bei Mehrlingsschwangerschaften sind Frühgeburten die Regel, und zwar umso häufiger, je größer die Kinderanzahl ist. Nur etwa 10% aller Drillinge und 50% aller Zwillinge kommen zum errechneten Eisprung auf die Welt. Wegen der früheren Geburt haben die Kinder ein niedrigeres Geburtsgewicht.
Bei Mehrlingsschwangerschaften kann es zu einer so starken Form der Schwangerschaftsübelkeit kommen, dass medizinische Behandlung notwendig wird; Wassereinlagerungen (Ödeme) in den Beinen können ebenso auftreten wie die übermäßige Bildung von Fruchtwasser. Die sehr stark vergrößerte Gebärmutter drückt auf andere innere Organe und kann so Darm- und Blasenstörungen auslösen.
Besonders bedrohlich ist auch die Präeklampsie, die nicht nur die Gesundheit der Schwangeren bedroht, sondern auch zu einer Frühgeburt führen kann. Anzeichen dafür sind ein stark erhöhter Blutdruck, Wasseransammlung in den Gliedmaßen (Ödeme) und das Vorhandensein von Eiweißen im Urin (Proteinurie). Die Ursachen für die Präeklampsie sind noch nicht vollkommen geklärt, mögliche Gründe sind aber eine falsche Entwicklung der Blutgefäße in der Plazenta oder eine Störung im Hormonhaushalt. Symptome für eine Präeklampsie sind Schwindelgefühle, Ohnmachten, Übelkeit, Erbrechen und Sehstörungen.
Bei einer Mehrlingsschwangerschaft kann es sein, dass die Plazenta die Kinder nicht ausreichend ernähren kann und deswegen bei einem oder bei beiden Wachstumsstörungen auftreten. Bei einem unausgeglichenen Blutaustausch zwischen den Kindern ("Zwillings-Syndrom" oder Fetofetales Transfusionssyndrom) erhält eines mehr Blut als das andere. Dieses Syndrom kann auftauchen, wenn die Zwillinge zwar getrennte Fruchtblasen haben, aber sich eine Plazenta teilen. Dann kann es dazu kommen, dass sich in der Plazenta zwischen den Blutgefäßen Verbindungen bilden. Das ist nicht weiter schlimm, solange dadurch nicht eines der Kinder dauerhaft mehr Blut aus dem Kreislauf des anderen Kindes erhält als umgekehrt. Unbehandelt führt das Fetofetale Transfusionssyndrom zu einer Frühgeburt und dem Tod der Kinder.


