Ab dem zweiten Monat der Schwangerschaft treten bei den meisten Schwangeren Stimmungsschwankungen auf. Grund dafür ist, wie für fast alle Veränderungen in der Schwangerschaft, die Hormonumstellung. Ähnlich wie die Hormonschwankungen im normalen Monatszyklus sich bei manchen Frauen stark auf ihr Gefühlsleben auswirken, haben sie auch während der Schwangerschaft einen großen Einfluss auf die Gefühle und die Stimmung der Schwangeren.
Dies ist normalerweise auf den Beginn der Schwangerschaft beschränkt, wenn sich der ganze Körper auf die neue Situation einstellt. Wenn sich erst mal alles "eingependelt" hat legt sich meist auch das Gefühlschaos. Bis es so weit ist, hilft aber eigentlich nur Geduld – und zwar sollte sowohl die Schwangere mit sich selbst geduldig sein als auch natürlich ihre Umwelt.
Oft hilft schon ein bisschen Ablenkung, beispielsweise durch einen Spaziergang, das Lesen eines Buchs oder einen Kinobesuch. Immer gut ist es auch, über die Gefühle zu sprechen, sei es nun mit dem Partner, mit einer Freundin, mit der Familie oder auch mit Arzt oder Hebamme. Wenn das alles nichts hilft, kann ein Gespräch mit einem Psychologen oder Therapeuten ein Ausweg sein.
Verstärkt werden können die Stimmungsschwankungen, wenn die Schwangerschaft ungeplant war, so dass noch Zukunftssorgen dazu kommen. Viele Schwangere machen sich auch finanzielle oder gesundheitliche Sorgen oder haben Angst, dass sie keine gute Mutter sein werden. Die Schwangerschaft und danach das Leben mit einem Kind sind dermaßen elementar einschneidende Veränderungen, dass Unsicherheit und Angst völlig normal sind.
Natürlich gibt es in dieser Phase nicht nur Angstgefühle. Von einer Minute auf die andere kann die Stimmung so umschlagen, dass die gerade noch traurige Schwangere plötzlich unglaublich gut gelaunt ist, nur um dann wegen einer Kleinigkeit völlig aus der Haut zu fahren. Kurz danach können schon wieder die Tränen fließen.
Kleiner Trost für alle Schwangeren und vielleicht auch ihre Umgebung: Im zweiten Schwangerschaftsdrittel geben sich die Stimmungsschwankungen meist von ganz allein.


