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Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese)

Schon in den frühen Schwangerschaftswochen lassen sich mögliche Fehlbildungen oder von den Eltern an den Fötus vererbte Krankheiten feststellen. Die Fruchtwasseruntersuchung bietet eine solche Möglichkeit zur Überprüfung. Im Gegensatz zum Ultraschall gehört diese jedoch nicht zu den üblichen Tests in der Schwangerschaft. Sie wird nur dann durchgeführt, wenn der Arzt Grund zur Annahme hat, das diese notwendig sei.

 

Die Fruchtwasseruntersuchung, auch Amniozentese genannt, wird in der Regel zwischen der 15. und 16. Woche der Schwangerschaft durchgeführt. Dieses Verfahren bezieht sich speziell auf Fälle, bei denen der Arzt zuvor Hinweise auf Fehlbildungen entdeckt hat oder ein genetischer Defekt bei den Eltern oder Verwandten vorliegt. Bei einer Schwangerschaft ohne Komplikationen ist die Amniozentese eigentlich überflüssig und auch zu gefährlich.

Die Schmerzen bei der Entnahme des Fruchtwassers sind vergleichbar mit denen einer Blutentnahme. Aus diesem Grund sind Schmerzmittel oder örtliche Betäubungen bei der Amniozentese meist nicht notwendig.

Bevor der Arzt die Fruchtwasseruntersuchung durchführen kann, bestimmt er mittels Ultraschall die genaue Lage des Fötus in der Gebärmutter und die geeignete Einstichstelle. Dann wird eine dünne Nadel in die Bauchdecke gestoßen und etwa 20 ml Flüssigkeit aus der Fruchtblase entnommen. Dies geschieht unter ständiger Kontrolle durch den Ultraschall.

 

Anschließend wird die Probe im Labor untersucht. Dazu werden die in der Flüssigkeit enthaltenen Zellen, abgestoßene Zellen der Haut oder des Magen-Darm-Trakts des Kindes, gezüchtet und vermehrt. Die Ergebnisse liegen dann meist nach drei Wochen vor.

Obwohl sich viele Halbwahrheiten um die Fruchtwasseruntersuchung ranken, kommt es tatsächlich nur sehr selten zu Komplikationen. Dadurch, dass der Arzt während der gesamten Untersuchung einen Blick auf den Ultraschall hat, sind Verletzungen durch die Einstichnadel fast ausgeschlossen. Das Risiko einer Fehlgeburt liegt bei etwa 0,5 Prozent. Relativ häufig hingegen kommt es zu einer Kontraktion, also dem plötzlichen Zusammenziehen der Gebärmutter.

Im Gegensatz zur Nackenfaltenmessung ist die Fruchtwasseruntersuchung relativ sicher. Die Ergebnisse der Chromosomenüberprüfung liegen bei 99 Prozent. Fehlbildungen im Nervensystem des ungeborenen Kindes lassen sich mit einer Genauigkeit von 90 Prozent ermitteln.

 
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