Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit und wird durch den Parasiten Toxoplasma gondii verursacht. Sie tritt weltweit auf und ist außer beim Menschen vor allem bei Katzen, Vögeln und anderen Säugetieren verbreitet. Aus diesem Grund spricht man bei Toxoplasmose auch von einer Zoonose, einer Krankheit, die von Tieren auf den Mensch übertragen wird.
In den meisten Fällen verläuft die Toxoplasmose nahezu ohne Symptome, nur selten treten grippeähnliche Beschwerden auf. Wer die Krankheit einmal durchgemacht hat, ist durch Antikörper vor jeder weiteren Ansteckung durch Toxoplasmose geschützt. Hat eine Frau vor der Schwangerschaft allerdings noch keine Begegnung mit der Erkrankung gehabt, ist die Infektion sowohl für die Mutter als auch fürs Kind äußerst gefährlich.
Bei einer erstmaligen Infektion mit Toxoplasmose während der Schwangerschaft kann es zu schweren Schädigungen des Kindes kommen. Ab der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen 8 bis 22 Tage (Inkubationszeit). Der Erreger tritt dann durch die Plazenta in den Kreislauf des Kindes ein. Dadurch können schwere Hör- und Hirnschäden sowie Sehschäden beim ungeborenen Baby auftreten. Bei 80 Prozent der infizierten Kinder kommt es zudem zu motorischen und geistigen Entwicklungsstörungen.
Aus diesem Grund wird zu Beginn der Schwangerschaft ein Test vorgenommen, infolgedessen die werdende Mutter auf Antikörper gestestet wird. Leider gehörte diese Untersuchung in Deutschland nicht zu den üblichen Vorsorgen und muss daher selbst bezahlt werden.
Am häufigsten wird der Erreger durch Katzen übertragen, genauer durch deren Kot. Deshalb sollten schwangere Katzenbesitzerinnen, die noch nicht mit Toxoplasmose in Berührung kamen, während der Schwangerschaft besonders aufpassen. Bei der Reinigung der Katzentoilette sollten am besten Einmalhandschuhe getragen werden. Außerdem sollte das Klo der Mieze täglich gesäubert werden, da der Erreger so keine Zeit zum Reifen hat. Noch besser wäre es natürlich, wenn der Partner während der Schwangerschaft die Säuberung übernimmt.
Die Infektion mit Toxoplasmose kann aber auch über die Nahrungsaufnahme erfolgen. Vermeiden Sie daher auf jeden Fall unhygienischen Umgang mit rohem Fleisch und achten Sie beim Verzehr darauf, dass das Fleisch ausreichend gekocht oder gebraten ist.
Wird bei einer Schwangerschaft dennoch die Infektion mit Toxoplasmose festgestellt, kann diese relativ gut mit Antibiotika behandelt werden. Aber Achtung: die Toxoplasmose-Untersuchung gehört nicht mehr zu den üblichen Vorsorgeuntersuchungen. Liegt also kein begründeter Verdacht auf eine Infektion vor, müssen Schwangere diese Leistung aus der eigenen Tasche zahlen.


