Eine bestimmte Mode-Erscheinung bei der Wahl des Vornamens wird die oft spöttisch Kevinismus oder Chantalismus genannt. Dabei waren ausländische Namen besonders beliebt, vor allem englische und französische. Das Phänomen wird oft der ehemaligen DDR zugeschrieben, aber auch im Rest Deutschlands waren seit etwa der Mitte des 20. Jahrhunderts solche Vornamen sehr beliebt.
Generell lassen sich bei den beliebten Vornamen starke Trend beobachten. Seit dem Mittelalter waren über lange Zeit hinweg traditionelle deutsche und christliche Vornamen die Norm; später waren beim Bildungsbürgertum beispielsweise französisch beeinflusste Frauennamen besonders beliebt.
Im Dritten Reich wurden als besonders germanisch empfundenen Vornamen auch vom Staat als Kindernamen empfohlen. Direkt danach setzte die Vorliebe für ausländische Namen ein, wohl auch als Reaktion auf die übertriebene Deutschtümelei der Nazis, aber auch aus Rebellion gegen die ältere Generation. Der zunehmende Einfluss und das steigende Ansehen gerade auch Nordamerikas führten dazu, dass auch Vornamen aus den englischsprachigen Ländern übernommen wurden.
"Modenamen" kommen aber nicht nur aus anderen Sprachen, sie werden bzw. wurden auch gerne aus höheren sozialen Schichten übernommen. Die soziale Oberschicht gibt ihren Kindern als elitär empfunden Namen, um sie so deutlich von den unteren Schichten abzusetzen. Die Namen werden von unteren Schichten übernommen, woraufhin die Oberschicht wieder andere Namen braucht. Oft wird dann auf sehr alte Namen zurückgegriffen, die vorher als veraltet und unattraktiv galten. Auch diese Namen finden ihren Weg in andere Schichten, und so setzt sich das Phänomen immer fort.
Modenamen sind heute oft sehr traditionelle Namen, oft auch regionalspezifisch. Gerade Namen, die vor ein paar Jahren noch als bäuerlich und provinziell betrachtet wurden, sind heute wieder sehr gefragt. Dazu gehören je nach Region Vornamen wie Maximilian oder Kilian (in Süddeutschland) oder Hauke und Eike (in Norddeutschland).
Genauso beliebt sind die fast gegensätzlich ausgerichteten Vornamen, bei denen sich die Eltern an den Namen von Stars oder Fantasie-Figuren orientieren oder nach Gutdünken Namen und Worte kombinieren. So kommt es zu Vornamen wie Giny-Lourdes, Pepsi-Carola, Ninja-Alice, Oskar Lio Rusty, Rayk André und Aurell Kilian.


